Notaufnahme Wilh , 2015-10-07

Vorfall:

Überlastung in den Notaufnahmen Wilheminenspital Ich arbeite in der Notaufnahme im Wilhelminenspital und ich mag diese Arbeit, ich mag mein Team (wir haben auf der NAN das beste Team überhaupt, und damit meine ich Ärzte/innen und Pflege), ich mag die abwechslungsreiche Arbeit und ich mag meinen Arbeitsplatz-wir haben viel Platz und viele Möglichkeiten. Nur nützen wir das nicht. Ich verzweifle an den Arbeitsbedingungen, an dem Potenzial, das wir haben, es aber nicht ausschöpfen. Warum sind die Arbeitsbedingungen so schlecht? Kurzum wir haben rund um die Uhr Arbeit und wenig Personal (v.a. Stammpersonal). Es gibt wenig Pausen. Natürlich haben wir Pausen eingeführt: 25 h Dienstler haben anfangs am nachmittag bis zu 2 Stunden Pause gehabt und in der Nacht 5 Stunden Ruhezeit (wenn es das Arbeitsaufkommen erlaubt). Mittlerweile fällt die Nachmittagspause und oft auch die Nachtruhe meistens kürzer aus, da einfach zu wenig Personal (also Stammpersonal=Ärzte mit Ius=die, die die Turnusärzte vidieren) da ist. Die Ärzte/innen, die 12,5 h Dienst machen, haben bei uns tagsüber Mittagspause, in der Nacht versuchen wir eine Ruhezeit von ca 3 Stunden einzuhalten. Wir haben großartige Turnusärzte, die im Grunde den Betrieb auf der Notaufnahme aufrechterhalten. Aber die sind mit dieser Situation natürlich überfordert. Vor der Diensteinteilung (v.a. für Dienstrad 1) für Oktober haben wir zum wiederholten Male unseren Chef darauf aufmerksam gemacht, dass wir die Dienste nur dann besetzen können, wenn wir alle deutlich über der errechneten Sollzeit arbeiten. Wir sind ausgelutscht. Wir können dieses Pensum nicht mehr aufrechterhalten. Ich bin so enttäuscht und entferne mich immer mehr von meiner in mir tief verankerten Loyalität zu meinem Arbeitgeber. Das kann nicht die Zukunft sein!   Wir haben den Dienstweg ausgeschöpft. Mir fehlt der Plan. Ja, die Möglichkeit zu gehen. Aber ich hänge an meiner Notaufnahme. Ich mache diese Arbeit wirklich gerne. Und sie ist sinnvoll. Ja, wir entlasten. Und wir entlassen auch viele Patienten, d.h. wir leisten gute Arbeit.   Da wir ja freie Dienstposten hätten, aber keine Bewerber, werden sich die Oberen abputzen und auf Zeit spielen. Wie kann man eine arbeitsintensive NAN attraktiv machen ? Vorweg: die 5€ brutto ab Jänner werden das Kraut sicher nicht fett machen- damit stopfe ich mein Loch zu 2014, aber mehr nicht.

Vorschlag zur Behebung

Eine sinnvolle Forderung wäre eine Reduzierung der Stunden für alle auf 30 Stunden/Woche bei gleichem Gehalt (40hWoche). Das würde erstens Bewerber anlocken und zweitens das bestehende Personal halten. Ich denke an eine Bündelung aller Notaufnahmen in Wien. Ich denke daran, dass wir die massive, anhaltende Belastung des Personals reduzieren müssen. Die Anzahl der Patienten wird nicht weniger, alle strömen in die Ambulanzen und wegen Überlastung dieser in die Notaufnahmen.

Verwandte Leaks

Drohender Schichtdienst...

Meldung:

Ich arbeite als Arzt beim KAV. Meine Kollegen und ich wurden bereits mehrmals befragt, ob wir von 25h-Diensten auf 12,5h-Dienste umstellen wollen, was jedesmal von einer großen Mehrheit verneint wurde. Offenbar wurden diese Befragungen aber durchgeführt, um herauszufinden, was wir wirklich NICHT wollen, um ein Druckmittel zu finden . . .

Arbeitsalltag..

Meldung:

Alleine als Turnusarzt auf der Station mit 10 Pflegekräften, die Stationsärztin mehr als eingedeckt mit Briefen und Visite, bis 12:30 mit der "morgendlichen" Blutabnahmerunde+Venflons setzen beschäftigt, dazwischen noch 2 Aufnahmen, ebenfalls "natürlich" mit Blutabnahme, Venflon und EKG selbst schreiben.

Bericht aus einem Gemeindespital in Wien

Meldung:

Eine Patientin berichtet. Seit ca. 7 Wochen bin ich - nach einem " Notfall"- Patientin der Urologischen Ambulanz in einem Krankenhaus der Gemeinde Wien. Meine langjährige Krankengeschichte ist kompliziert, mein Leidensdruck mittlerweile sehr hoch. Ich war sehr glücklich, nun in diesem Krankenhaus endlich eine Spezialistin kennengelernt bzw . . .